Licht-Test: Trotz Verbesserung auch 2020 in Brandenburg keine Entwarnung

Potsdam, 19. November 2020: Der Licht-Test 2020 ist ausgewertet. Von den Tests, die in die Brandenburger Statistik einflossen, weisen 138 (32,86 Prozent) Mängel an der Beleuchtungsanlage auf. Dies ist im Vergleich zum Ergebnis von 2019 (33,9 Prozent) eine leichte Verbesserung. Das gaben die Organisatoren des Licht-Tests, der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und die Deutsche Verkehrswacht (DVW), bekannt. 67,14 Prozent der KFZ zeigten keine Mängel.

Erheblich angestiegen ist der Anteil an Fahrzeugen, bei denen mindestens ein Scheinwerfer falsch eingestellt ist (16,9 Prozent; 2019: 9,5 Prozent). Gleichzeitig ist der Anteil der Pkw, bei denen die rückwärtige Beleuchtung nicht ordnungsgemäß funktioniert, mit 3,6 Prozent (2019: 8,1 Prozent) gesunken. Immer noch gibt es Pkw, bei denen beide Hauptscheinwerfer komplett ausgefallen sind (0,48 Prozent; 2019: 0,96 Prozent) und solche, bei denen ein Hauptscheinwerfer ausgefallen ist (2,6 Prozent; 2019: 1,8 Prozent). Ebenso ist der Anteil jener Fahrzeuge rückläufig, bei denen das Bremslicht nicht in Ordnung ist (2019: 1,4; 2019: 3,1 Prozent).

„Zu hoch eingestellte Scheinwerfer blenden den Gegenverkehr, zu niedrig eingestellte leuchten die Straße unzureichend aus. Noch gravierender ist die Gefährdung bei komplett ausgefallenen Lichtern – diese Fahrzeuge werden nicht gesehen“, so Jörg Vogelsänger, Präsident der LVW. „Es ist nicht hinzunehmen, dass rund jede dritte Fahrzeugbeleuchtung, die in die Statistik einfließt, mangelhaft ist. Den Licht-Test gibt es seit nunmehr 64 Jahren und dennoch ist keine Besserung der Mängelquote zu verzeichnen. Dies ist alarmierend. Jeder Autofahrer sollte seine Beleuchtungsanlage regelmäßig überprüfen und Mängel sofort beheben lassen.“

Allerdings ist zu bemerken, dass die Gesamtmenge der dem ZDK abgegebenen Mängelscheine im Vergleich zu den Vorjahren sehr rückläufig ist. Möglich, dass viel weniger Brandenburg KFZ-Fahrende die Möglichkeit, im Oktober kostenfrei die Beleuchtungsanlage ihres Fahrzeugs überprüfen zu lassen, nutzten. Möglich, dass weniger KFZ-Handwerksbetriebe an der Lichttest-Aktion teilnehmen. Möglich dass der Licht-Test zwar gemacht wird, aber die Ergebnisse nicht dokumentiert werden und in die Jahresstatistik einfließen. Deshalb der Apell der Verkehrswacht: schon jetzt an den Herbst 2021 und den Licht-Test fürs Auto denken!

Licht Test 2020

Im Oktober ist es wieder soweit. Der Licht-Test steht an. Die Aktion führt die Deutsche Verkehrswacht e.V. seit vielen Jahrzehnten gemeinsam mit dem Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) durch. In den teilnehmenden Innungsbetrieben des ZDK können Autofahrende den ganzen Oktober lang kostenlos ihre Beleuchtungsanlage überprüfen lassen, wobei kleine Reparaturen sofort erledigt werden. Wenn alles passt, gibt es die bekannte Licht-Test-Plakette für die Windschutzscheibe. Im Vorfeld beteiligen sich viele Verkehrswachten deutschlandweit an der Spannbandaktion und hängen Licht-Test-Banner gut sichtbar im öffentlichen Raum auf, auch um darauf hinzuweisen, wie wichtig gutes Licht in der dunklen Jahreszeit ist. Auch wenn der Licht-Test erst im Oktober startet, laufen die Vorbereitungen schon jetzt. Dazu hat der ZDK der Aktion eine Folge in seiner Podcast-Serie gewidmet. Dort werden die Details zum Licht-Test erklärt und auch eine Verkehrswacht war eingeladen.
YouTube Podcast Lichttest

Havelbus-Schule in Rathenow eröffnet

Schulanfang bedeutet für alle ABC-Schützen oft viel Neues, auch der Weg in die Schule und zurück gehört dazu. Im Sachkundeunterricht im Havelland ist die Havelbus-Schule fester Bestandteil. Es erwartet die Erstklässler im ein spannendes und lehrreiches Programm, an dem in diesem Jahr insgesamt ca. 1.640 Schülerinnen und Schüler aus 30 Schulen und 74 Klassenteilnehmen. Dank an das Engagements der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam.

Damit Unfälle gar nicht erst entstehen, erlernen die Erstklässler interaktiv und spielerisch, wie man in den Bus einsteigt, einen Fahrschein löst, sich sicher im Bus verhält und mit welchen Gefahren man im Straßenverkehr rechnen muss. Nach der 90-minütigen Unterrichtsstunde haben die Kinder auch Mäxchen kennengelernt – eine freche Puppe, die leider auch nach 27 Jahren Havelbus-Schule fast alles falsch macht.

Unser Havelbus-Schul-Trainer Andreas Plessow und die Landesverkehrswacht Brandenburg e. V. starteten am 02. September 2020, unter dem Motto „Sicher mit dem Bus zur Schule“ mit der Eröffnungsveranstaltung für das Westhavelland an der Otto-Seeger-Grundschule in Rathenow.

Härtere Strafen gegen Raser müssen bleiben

Der neue Präsident der Landesverkehrswacht Brandenburg e.V. (LVW Brandenburg) Jörg Vogelsänger, MdL fordert die Gesetzgeber in Bund und den Ländern auf, den außer Kraft gesetzten Bußgeldkatalog unverzüglich wieder einzusetzen. Ein Formfehler aus dem Bundesverkehrsministerium hatte ihn rechtlich angreifbar gemacht. „Die Politik von Bund und Ländern hatte sich bewusst auf höhere Bußgelder und verschärfte Strafen für Raser geeinigt. Das Gesetz vom April muss, dieses Mal ohne Panne, so schnell wie möglich wieder in Kraft gesetzt werden“, so Jörg Vogelsänger.

Eine Reihe von Bundesländern, darunter auch Brandenburg, waren deswegen zur alten Verordnung zurückgekehrt. Auch wegen Raserei eingezogene Führerscheine wurden bereits an die Temposünder zurückgegeben.

Bei einer Überschreitung der Geschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde innerorts und von 26 km/h außerhalb von Ortschaften wird nach dem neuen Katalog u.a. bereits ein Fahrverbot von einem Monat verhängt.

Jörg Vogelsänger erinnert an Paragraph 1, Abschnitt 2 der Straßenverkehrsordnung: Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

„Wer zu schnell fährt, gefährdet sich und andere. Und wer notorisch zu schnell fährt, begeht damit kein Kavaliersdelikt, sondern gefährdet andere Menschen aus Vorsatz“. So Vogelsänger. Das könne der Beifahrer sein, der Senior auf dem Zebrastreifen oder der Erstklässler auf dem Weg zur Schule. „Autobahnen und Boulevards sind keine Rennstrecken. Wir müssen immer wieder erfahren, dass Raser gerade in den Städten oder auf den Landstraßen das Leben von sich und anderen riskieren. Hier ist der Ruf nach individueller Freiheit vollkommen fehl am Platz“.

Interview Hauptstadt TV

Verkehrsunfallbilanz 2019

Zahl der Verkehrstoten in Brandenburg sinkt deutlich

Leichte Zunahme bei Zahl der Unfälle und Verletzten, positive Entwicklung auf Autobahnen

Potsdam – Die Zahl der Verkehrstoten in Brandenburg ist im vergangenen Jahr auf den zweitniedrigsten Stand seit Bestehen des Landes Brandenburg gesunken. 125 Menschen kamen 2019 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind 18 Menschen oder 12,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Verletzten ist um ein Prozent auf 11.819 Menschen gestiegen, 113 Menschen mehr als 2018. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 83.827 Verkehrsunfälle gezählt, eine Zunahme um 1,7 Prozent beziehungsweise 1.365 Verkehrsunfälle.

Deutlich mehr Unfälle wegen Geschwindigkeit und Abstand

Betrachtet man die Zahl der Verkehrsunfälle nach den Unfallursachen Abstand, Geschwindigkeit, Vorfahrt, Drogen und Alkohol, dann hat zu geringer Abstand auch im vergangenen Jahr zu den meisten Verkehrsunfällen geführt (+15 Prozent). Ein leichter Rückgang konnte bei der Unfallursache Vorfahrt verzeichnet werden (-2,8 Prozent), ein markanter Anstieg dagegen bei der Ursache Geschwindigkeit (+27,4 Prozent). Die Unfallursache Alkohol hat im vergangenen Jahr zu etwas weniger Verkehrsunfällen geführt (-2,7 Prozent), wohingegen es mehr Unfälle unter Drogeneinfluss gab (+8,3 Prozent).

Entwicklungen bei ausgewählten Verkehrsteilnehmern

Betrachtet man die Entwicklung bei den verschiedenen Verkehrsteilnehmern, sind folgende Entwicklungen zu erwähnen: Gesunken ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Motorradfahrern. Gestiegen ist dagegen die Zahl der getöteten Motorradfahrer (+18,8 Prozent).

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrradfahrern veränderte sich kaum, die Zahl der verletzten Radfahrer ist gesunken, die Zahl der getöteten Radfahrer ist dagegen gestiegen (+10 Prozent).

Rückgänge können dagegen bei den Schulwegunfällen mit Kindern festgestellt werden. Die Zahl der Unfälle ist leicht gesunken, deutlicher fällt der Rückgang bei den verletzten Kindern aus. Im vergangenen Jahr ist kein Kind bei einem Schulwegunfall ums Leben gekommen.

Anstiege sind bei den Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Senioren festzustellen. Das betrifft die Gesamtzahl, genauso wie die Zahl der Verletzten und die Zahl der Getöteten.