Fahrradsicherheit und sicheres Radfahren im Alter – Fit mit dem Fahrrad

Insgesamt hat Fahrradfahren im Alter das Potenzial, ein wichtiges Instrument zur positiven Beeinflussung vielfältiger Körperfunktionen und Strukturen sowie zur Erhaltung von Mobilität und Teilhabe an der Umwelt und im Lebensalltag zu sein. Eine mögliche Maßnahme für einen aktiveren Lebensstil stellt das Fahrradfahren dar.

Staatssekretär Rainer Bretschneider (MIL)

Viele ältere Menschen entdecken das Radfahren aus unterschiedlichen Gründen wieder für sich. Das kann zum einen gesundheitliche Gründe haben – z. B. der Hinweis des Hausarztes sich mehr zu bewegen - oder auch nur die pure Lust am Fahrrad fahren. Es kann aber auch als ein praktisches Hilfsmittel im Alltag eingesetzt werden, um z. B. die Einkaufstasche nach Hause bringen zu können. Dies kann jedoch auch dazu führen, dass sich Menschen auch bei Unsicherheit auf das Fahrrad setzen, um so ihre Einkäufe und Erledigungen möglichst lange selbständig zu bewerkstelligen.
Das Radfahren kann als eine weit verbreitete Bewegungsform bei älteren Menschen dazu beitragen, den Wunsch körperlich und geistig fit zu bleiben, zu verwirklichen. Mit seiner hohen gesundheitlichen Wirkung und dem Erlebnisfaktor ist das Radfahren, als eine Möglichkeit der positiven Beeinflussung der Altersprozesse, ein geeignetes Instrumentarium. Man kann es einfach und leicht in den individuellen Bewegungsalltag integrieren und damit etwas für seine Gesundheit und seine Lebensqualität tun.
Nicht zu vergessen ist dabei der Verkehrssicherheitsaspekt in seiner Wechselwirkung von fit und beweglich sein einerseits und die Anforderungen und Regeln des Straßenverkehrs sowie der Fahrradtechnik andererseits zu beherrschen.

Ältere Fahrradfahrer haben die Möglichkeit praktisch ihr Verkehrsverhalten und ihre Fähigkeiten einschätzen zu lernen, zu verbessern und im Gemeinschaftserlebnis unter Anleitung eines geschulten Moderators verlorenes Wissen zu aktivieren, Fahrkenntnisse zu erweitern, Technik kennenzulernen und aktuelle Rechte+ Pflichten als Straßenverkehrsteilnehmer/ Radfahrer zu erfahren.

Die Teilnehmer fahren mit ihrem eigenen Fahrrad.
Dieses neue Programm ist das einzige praktische Fahrradprogramm für ältere Verkehrsteilnehmer/Senioren.

Die Aktion "Fit mit dem Fahrrad"

Übungen gegen den Alltagstrott – probieren Sie es selbst

Die insgesamt vier Trainingseinheiten der Aktion "Fit mit dem Fahrrad" setzen systematisch dort an, wo sich durch Routine mangelnde Aufmerksamkeit einschleicht. Ausdauer und Geschicklichkeit werden ebenso unter die Lupe genommen wie Wahrnehmungsfähigkeit und Konzentrationsvermögen. Die Parcours-Übungen in der Gruppe ermöglichen sowohl den Austausch untereinander als auch individuelle Erfahrungen. Auf die Fähigkeiten der Teilnehmer abgestimmte Übungseinheiten helfen, schlechten Gewohnheiten auf die Schliche zu kommen. Einfache Übungen für den Alltag verstärken den Trainingseffekt. Wer mit seinem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs ist, muss auf viele unterschiedliche Dinge gleichzeitig achten. Diese können seit Jahren dieselben sein (Verkehrsampeln, Leuchtreklamen etc.) oder aber von den jeweiligen Situationen abhängen (Martinshorn, Lichthupe oder Gespräche am Straßenrand). Blenden Sie bei Touren auf gewohnter Strecke vermeintlich Bekanntes zwischenzeitlich einfach aus? Achten Sie an Kreuzungen, an denen seit Jahren niemand mehr von rechts kam, noch auf mögliche Fahrzeuge? Ähnlich wie bei einem Fahrsicherheitstraining für Autofahrer bietet die Aktion "Fit mit dem Fahrrad" die Möglichkeit, das eigene Bremsverhalten bei unterschiedlichen Fahrbahnbedingungen zu trainieren. Ob Schotter, Pfützen oder Gras – wann haben Sie das letzte Mal probiert, wie Sie und Ihr Rad auf unterschiedlichen Straßenbelägen reagieren? Können Sie die verschiedenen Bremswege tatsächlich richtig einschätzen? Körperliche Fitness setzt geistige Beweglichkeit voraus. Neben Kraft und Ausdauer werden beim Fahrradfahren vor allem auch Koordination und Wahrnehmung geübt, aber eben auch benötigt. Bei der Aktion "Fit mit dem Fahrrad" lösen die Kursteilnehmer während der Parcours beispielsweise Rechenaufgaben oder müssen sich miteinander unterhalten. Danach wird individuell betrachtet, wie sich die dadurch eingeschränkte Aufmerksamkeit auf das Radfahrvermögen auswirkt (z.B. langsamer fahren, Schlangenlinien).

Wer:Dieses Angebot ist für Wiedereinsteiger, Alltagsfahrer und für Tourenfahrer, ältere Verkehrsteilnehmer ab 55 Jahre. Empfohlene Gruppenstärke sind 6 bis 15 Teilnehmer. Die Teilnehmer erhalten eine Teilnehmerbroschüre für Übungen zu hause und ein Zertifikat.

Wo:
Gruppe und Moderatoren können den Trainingsort gemeinsam vereinbaren. Möglich ist das auf großen Geländen, freien Parkplätzen, verkehrsberuhigten Straßen und natürlich auch auf Verkehrsübungsplätzen und Verkehrsgärten der Verkehrswachten.

Kosten:
Bitte beim Kursleiter erfragen.

Versicherung:
Die Teilnehmer sind über die Veranstalterhaftpflicht der Verkehrswacht versichert. Das Tragen eines Fahrradhelmes ist ausdrücklich erwünscht.

Anmelden:
Bei den örtlichen Verkehrswachten oder mit dem Kontaktformular der Landesverkehrswacht.

Das Angebot gilt für die Landkreise und kreisfreien Städte:
Verkehrswacht Havelland (Tel. 03321- 744901)
Verkehrswacht Potsdam (Tel. 0331- 9716070)
Kreisverkehrswacht Potsdam–Mittelmark (Tel. 03329- 610699)
Verkehrswacht Oranienburg für Oberhaval (Tel. 03301- 58290)
Kreisverkehrswacht Prignitz (Tel. 03876 - 713467)
Kreisverkehrswacht Uckermark (Tel. 03331- 66637)
Ortsverkehrswacht Forst (Lausitz) für Spree-Neiße (Tel. 03562- 7071)